Batik DIY: So einfach könnt ihr den farbenfrohen Sommertrend selbst designen!

Batik DIY-Anleitung für den wohl schrillsten Trend des Jahres!

Dieser Sommer steht ganz im Zeichen des psychodelischen Batik-Trends! Hätte unser kindlicher Verstand doch nur erahnt, dass der Modetrend in näherer Zukunft wieder auflebt, wir hätten die im Ferienlager selbst designten Stücke mit viel Liebe gehegt und gepflegt, damit wir sie jetzt wieder ausführen könnten! Doch keine Sorge, mit diesen Tipps & Tricks könnt ihr die Batik-Styles ganz einfach selbst gestalten und euch ein Stück Nostalgie in die Kleiderschränke holen!

Die Vorbereitung

Diese Materialien können eingefärbt werden

Ob alter Jute-Beutel, Omas vermachtes Sommerkleidchen oder das in Mitleidenschaft gezogene Crop Top, das indonesische Traditionsmuster bietet uns die Möglichkeit, alten Kleidungsstücken nachhaltig einen neuen Glanz zu verleihen. Besonders gut funktioniert das Einfärben auf Fashion-Pieces aus Seide, Leinen, Viskose und Baumwolle. Da ihr nur dunkler und nicht heller färben könnt, empfiehlt es sich zwar auf weiße, hellgraue oder beige Designs zu setzen, doch auch bei dunklen Tönen wie Smaragdgrün, Weinrot oder Royalblau entfaltet ein schwarzes Batikmuster seine volle Wirkung. Achtet zudem darauf, dass ihr die gewünschten Produkte im Vorfeld noch einmal gründlich und ohne Weichspüler wascht, sodass alle Flecken entfernt wurden.

Selbstdesignte Batik-Kreationen aus alten Textilien sind nicht die einzige Möglichkeit, euch für mehr Umweltbewusstsein einzusetzen. Hier findet ihr weitere Alternativen:

➡ Nachhaltigkeit im Kleiderschrank – 10 Tipps für mehr Umweltbewusstsein!

Welche Utensilien werden benötigt?

Den Färbe-Prozess im neuen Designerkleidchen ausführen? Eher keine gute Idee! Setzt stattdessen auf altbewährte Arbeitskleidung wie einem Blaumann oder schützt eure Alltagskleidung unter einem Kittel. Ebenfalls essentiell: Enganliegende Putzhandschuhe, in denen eure Arme und Hände vom bunten Farbspiel verschont bleiben. Außerdem benötigt ihr einen großen Eimer oder eine Schüssel, Textilfarbe (in Pulver- oder Flüssigform), Schnüre, Gummibänder sowie Pinsel, Schwämme, Klemmen, Holzstäbe, Wachs oder Flüssigkleber.

Wählt am Besten einen Ort im Freien oder, falls nicht gegeben, deckt eure Arbeitsstätte großflächig mit alten Zeitungspapieren oder Tischdecken ab. Die Gartenlaube, der Balkon oder die heimische Küchenzeile fungieren also demnächst als euer Atelier. Nachdem ihr alle Utensilien beisammen, euch in euer schönstes Arbeits Outfit geschmissen und an den Ort der Künste begeben habt, kann es nun endlich losgehen!

Rührt im nächsten Schritt die Textilfarbe nach Anleitung der Verpackungsbeilage in dem Behältnis zusammen. Falls ihr euch für Farben in Flaschenform entschieden habt, könnt ihr diese direkt auf die Kleidungsstücke auftragen.

Kleiner Tipp: Wenn ihr euch unsicher in der Wirkung des Prints seid, testet die gewünschte Technik zunächst an alten Stoffresten. So stellt ihr sicher, dass die bevorzugte Farbwahl und Bemusterung auf euren recycelten Fashion-Pieces die gewünschten Ergebnisse erzielen.

Diese Techniken könnt ihr anwenden

Batik mithilfe von Knoten oder Falten kreieren

Die Knotentechnik ist die wohl bekannteste Methode, um das Batikmuster herzustellen. Je nachdem, welches Muster ihr gestalten möchtet, müsst ihr die Kleidungsstücke oder Taschen an einigen Stellen mit einem Gummiband, Kabelbindern oder Schnüren zusammenbinden. Welche Bänder ihr hierfür nehmt, bleibt euch überlassen. Bemalt anschließend eine oder mehrere Stellen mit den Farbtönen.

Jetzt lassen sich mit nur wenigen Handgriffen bunte Kreise, grafische Gittermuster oder Spiralen im Batik-Print gestalten! Letztere erhaltet ihr, wenn ihr einen Gegenstand (wie beispielsweise eine Gabel, einen Kochlöffel oder alternativ eure Hand mittig auf dem Kleidungsstück platziert und diese dann solange um die eigene Achse dreht, bis kein Weiterkommen mehr möglich ist. Anschließend das Textil an den gegenüberliegenden Seiten mit Gummibändern befestigen und einfärben!

Kleiner Tipp: Mithilfe anderer Gegenstände wie beispielsweise Murmeln, Erbsen, Kordeln oder vorgefertigten Schablonen könnt ihr den Batik-Print weiter individualisieren.

Wer mit den Kopf eher in den Wolken schwebt, sollte dieses Regenbogen-Muster in Betracht ziehen.

Oder ihr fiebert in diesem hübschen Flaggen-Design patriotisch auf die nächste USA-Reise hin. Viva las Vegas!

Wer es jedoch lieber etwas dezenter mag, kann mit diesen gesetzten Knoten vereinzelte Highlights in nur einem Farbton setzen!

Ihr wollt harte Übergänge in euren Look einbauen? Dann faltet die Kleidungstücke, statt sie zu knoten. Dieser Effekt wirkt sich nämlich folgendermaßen aus:

Passend zum Haartrend, könnt ihr sogar eure Textilien im Ombre-Stil einfärben. Tunkt die gewählten Stoffe in einen Behälter mit Textilfarbe. Anschließend wiederholen und jeweils die obersten Bereiche auslassen. Jetzt in zeitlich größer werdenden Abständen eintauchen, um die Schattierungen dunkler erscheinen zu lassen.

Ein mehrfarbiges Ombre kann ebenfalls durch den oben genannten Prozess hergestellt werden. Um jedoch nicht mehrere Eimer mit Farben anmischen zu müssen, empfiehlt es sich, wie im folgenden Beispiel, auf bereits in Flaschen abgefüllte Textilfarben zu setzen. Achtet lediglich darauf, mit der hellsten Farbe zu beginnen, um einen stimmigen Farbverlauf zu gestalten.

Tie Dye mit Klemmtechnik erzeugen

Die japanische Shibori-Technik zierte einst die traditionellen Kimonos in tiefblauem Indigo. Im Gegensatz zur geläufigen Knotentechnik, mit denen nur wirre Print-Ergüsse möglich sind, werden hier einige Stellen mit Holzstäben oder Wäscheklammern abgetrennt, um gradlinige Muster zu erzeugen. Mit dem konventionellen Verfahren gelingt euch ein detaillierter Druck, dem ein bestimmter Verlauf unterliegt.

Faltet das gewählte Kleidungsstück zunächst akkurat zusammen. Falls dies nicht durch einfache Handarbeit wie beispielsweise bei ungeraden Schnitten möglich ist, könnt ihr ein Bügeleisen zur Hilfe nehmen. Befestigt anschließend die Klammern, entscheidet euch für ein- oder mehrfarbige Verläufe, taucht das Textil in den Farbtopf oder tragt das Färbemittel per Hand auf.

Batikmuster mit Eiswürfeln herstellen

Wir sind uns einig, dieser heiße Trend verdient eine ordentliche Abkühlung! Da kommt die Batik DIY-Herstellungsmethode mit Eiswürfeln genau richtig. Sie eignet sich hervorragend für exzentrische und wilde Designs, die in bunten Farbfeuerwerken enden. Zerknitterte Kleidungsstücke, Taschen oder Schuhe mit beklebter Sohle in einen Behälter legen. Damit sich die Farbe gut verteilen kann, solltet ihr ein Behältnis mit Löchern wie beispielsweise eine Salatschüssel nutzen. Verwendet genügend Eiswürfel, um das Design komplett abzudecken und tragt im Anschluss die Farbe(n) auf. Lasst diese jetzt solange einwirken, bis die Eiswürfel geschmolzen sind.

Highlights mit Wachs, Flüssigkleber oder Dye-Na-Flow setzen

Ihr wollt euren Batik Look um ein bestimmtes Detail oder einen Schriftzug ergänzen? Dann geht folgendermaßen vor: Gängiges Kerzenwachs (ohne Farbe) oder speziell hergestelltes Batik-Wachs auf einen Pinsel tröpfeln lassen und das Motiv auf das glattgebügelte Textil auftragen. Alternativ kann auch mit Flüssigkleber aus einer Heißklebepistole oder Mehlpaste gearbeitet werden.

Um die Motive so gradlinig wie nur möglich zu designen, kann zur Fixierung ein Stück Pappe verwendet werden, welches durch Stecknadeln an den Stoff montiert wird. Nachdem das Wachs eingetrocknet ist, färbt ihr den Stoff in eurer Lieblingsfarbe oder verschiedenen Tönen ein. Da es während des Färbe-Vorgangs nicht verwischt, entstehen helle Stellen, die sich vom Batikmuster abheben. Falls ihr euch für einen Ombre- oder mehrfarbigen Look entschieden habt, müsst ihr das Textil nach den Wachvorgängen kurz trocknen lassen, anschließend das Wachs wieder auftragen und die Kolorierung wiederholen.

Nach dem letzten Färbe-Prozess den Schuh, die Tasche oder das Kleidungsstück ebenfalls trocknen lassen und das Wachs entfernen. Dies gelingt euch, indem ihr entweder Küchen- oder Zeitungspapier auf die eingewachsten Stellen legt und solange ausbügelt, bis das Wachs vollkommen aufgesogen wurde.

Wichtig: Cremt euch vor dem Herstellungsprozess im Freien mit ausreichend Lichtschutzfaktor ein! Die schädlichen UV-Strahlen eignen sich zwar hervorragend für die Herstellung eines Motiv-Drucks, allerdings nicht in Kombination mit krebsroter Haut! Um die Kraft der Sonne zu nutzen, färbt ihr das Textil zunächst wie gewünscht mit speziellen Dye-Na-Flow-Farben von JACQUARD ein.

Wählt hier Textilien aus Naturfasern wie Baumwolle oder Seide. Anschließend den nassen Stoff mit Palmenblättern, Federn, Buchstabenvolagen und Co. verzieren. Drückt diese tief genug ein und befördert die Stoffe in die pralle Sonne. Jetzt heißt es abwarten und Tee trinken! Während ihr also genüsslich am kalten Eistee nippt, kreiert Mutter Natur innerhalb weniger Stunden Kunstwerke wie dieses hier!

Ihr wollt den Batik-Trend so richtig auf die Spitze treiben? Dann entscheidet euch für Textilfarben in grellen Neontönen, die euch teilweise sogar noch im Schwarzlicht der überfüllten Clubs und Gedrängel auf Festivals trendbewusst in den Mittelpunkt stellen.

Die Nachbereitung

Bedenkt, dass die Färbezeiten, je nachdem, welche Farbintensität ihr erreichen möchtet, variieren. Lasst die Textilien im Anschluss auf einem Backblech abtropfen. Entfernt nach ca. 1 Stunde die Bänder und spült die Stoffe solange aus, bis nur noch klares Wasser erscheint. Anschließend über Nacht hängend trocknen lassen und dann mit einem Fixierer in der Waschmaschine waschen. Letzteres verhindert nicht nur, dass euch das selbst gestaltete Batikmuster lange erhalten bleibt und nicht verblasst, sondern auch das Abfärben auf weitere Textilien in kommenden Waschgängen. Schon habt ihr nicht nur alter Kleidung einen neuen Schliff verpasst, sondern auch einzigartige Designs erschaffen, die so garantiert keine Zweite trägt!

Hier könnt ihr die Batik-Styles direkt shoppen

Euch ist der gesamte Do it yourself-Herstellungsprozess zu langwierig, ihr findet in eurer kleinen Bude keine geeignet Arbeitsstätte oder habt schlicht und ergreifend keine Lust auf die ganze Schmuddelei? Wie gut, dass die großen Online Shops uns aktuell mit unzähligen Styles im Batikmuster beglücken und ihr sie beispielsweise bei MANGO ganz ohne künstlerischen Aufwand zu betreiben, finden könnt!

Batik DIY

Fazit

Hättet ihr gedacht, dass es so viele unterschiedlichen Methoden gibt, um das nostalgische Batikmuster wieder zum Leben zu erwecken? Ob mithilfe der Shibori-Taktik, der Eis-Methode oder dem klassischen Knoten-Verfahren, eines ist sicher: Mit nur wenig Aufwand holt ihr euch nicht nur lieb gewonnene Kindheitserinnerungen, sondern euch wahre Unikate in die Kleiderschränke!

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